„Das sind ja alles CDU-Hühner!“, rief meine achtjährige Tochter – teils erheitert, teils etwas enttäuscht – denn die kleinen Hähne und Hennen, die da in der Zschopautalhalle in Lauenhain munter vor sich hin gackerten und krähten, hatten alle ein fast schwarzes Gefieder. Ich musste mich dann eines Besseren belehren lassen, denn das Gefieder sehe nicht schwarz, sondern dunkelrot aus. Nun gut, sei`s drum, als CDU-Abgeordnete wäre mit das schwarze Gefieder nicht unrecht gewesen.
Die Züchter waren mit ihren Tieren aus ganz Deutschland angereist und wetteiferten um die besten Noten. Oft sah man an den Volieren ein kleines „sg“, „v“ oder „hv“ , was für „vorzüglich“, „sehr gut“ oder „hervorragend“ steht. Es ist schon ein besonderes Völkchen, diese Kleintierzüchter, und ich bewundere und achte ihrer Begeisterung für ihr Hobby. Tiere zu halten und zu züchten ist eben etwas anderes, als ein Hobby, dem man gelegentlich nachgeht. Um Tiere muss man sich jeden Tag kümmern, zuverlässig und mit Sachverstand. Leistungen erreicht man auch hier nur mit Mühe, die man vorher investiert hat. Das kostet viel Zeit und so manchen Verzicht, denn irgendwer muss sich um die Tiere kümmern, wenn man mal nicht zuhause sein kann. Umso mehr habe ich mich gefreut, als der neujährige Paul mir stolz seine Schützlinge zeigt. Ihm konnte ich den Preis für den erfolgreichsten Nachwuchszüchter überreichen und ich wünsche ihm natürlich auch zukünftig große Zuchterfolge mit seinen Zwerg-Rhodeländern.
Meine Tochter Anne kam inzwischen stolz und zufrieden mit einem Ei in der Hand zwischen den Käfigreihen hervor und meinte, wir könnten jetzt gehen, das Frühstücksei für Sonntag wäre gesichert. ;-)


