Kommunaltag in Mittweida

Stationen des Kommunaltages in Mittweida am 7. Juni 2011 waren die Baustelle des Freibades, die Pestalozzi-Grundschule und das Gymnasium Mittweida.

Das alte Freibad in Mittweida war schon lange marode. Viele Bürger, vor allem die Kinder, wünschten sich eine Modernisierung des Bades. Doch so ein Vorhaben ist teuer. Ohne Förderung der Baumaßnahme hätte die Stadt Mittweida dieses Vorhaben wohl nicht in Angriff nehmen können. Ich bin froh, dass es gelungen ist, gemeinsam mit der Stadt Mittweida das Innenministerium davon zu überzeugen, dass die Sanierung eines Freibades förderfähig ist. Bäder werden nämlich sonst im Freistaat Sachsen nicht gefördert. Wenn man jetzt über die Großbaustelle geht, so trifft man alle Gewerke an – Tiefbauer, Landschaftsgärtner, Elektriker usw. – alle sind emsig dabei, die Arbeiten bis zum 8. Juli fertig zu stellen.

Pünktlich zum Ferienbeginn am 11. Juli soll das neue Mittweidaer Freibad eröffnet werden. Wasser ist im 50-Meter-Becken schon drin und auch das Nichtschwimmerbecken steht kurz vor der Befüllung. Das Wasser kommt aus einem eigens dafür gebauten Brunnen und Solaranlagen auf dem Dach des Sozialgebäudes sorgen für angenehme Wassertemperaturen.  Die umfangreiche Technik, die für reibungsloses Funktionieren und hygienisch sauberes Badewasser sorgt, sieht man nicht. Sie befindet sich zum Teil unter der Erde. Die Kosten dafür sind jedoch erheblich. Alles in allem ist ein modernes und sehr solides Freibad entstanden, das hoffentlich viele Jahre hält und Jung und Alt gut angenommen wird.  Na dann braucht es ja nur noch einen richtig schönen heißen Sommer – und dem Badespaß steht nichts mehr im Wege!   

Die Pestalozzi-Grundschule

Ich kann mich noch gut erinnern: Mein Schulanfang 1967: Die Zuckertüten hingen an den Heizungsrohren in dem Gang vor der Aula. Vier 1. Klassen gab es – A, B, C und D. Ich kam in die Klasse D und durfte ab diesem Tag 10 Jahre lang das grässlich graue Gebäude mit den engen Gängen und den unangenehm riechenden Toiletten zum Lernen besuchen. Auf dem Schulhof mussten wir im Kreis laufen und immer montags zum Fahnenappell antreten. Und wehe, man hatte das Halstuch vergessen!

Wenn ich heute in diese Schule gehe, dann springt mein Herz vor Freude. Toll, was daraus geworden ist! Das Gebäude ist nicht nur äußerlich ein Schmuckstück geworden - der Schulhof  sowieso – nein, auch innen drin ist alles neu, hell und freundlich. Die Klassenräume sind liebevoll hergerichtet und enge Gänge mit dunkel gebohnerten Dielenbrettern sucht man vergebens. Doch das allein ist es noch lange nicht, was eine gute Schule ausmacht!

Im Gespräch mit dem Schulleiter und dem Bürgermeister wurde sehr schnell deutlich, dass in dieser Schule ein positiver Geist herrscht. Dass hier Lehrkräfte arbeiten, die ihren Beruf  und die Kinder lieben. Es gibt sicher überall genügend Beschwerlichkeiten, über die man schimpfen oder lamentieren könnte – doch in dieser Schule traf ich auf Kinder, die ohne Aufforderung Erwachsene grüßen und auf Lehrer, die gut gestimmt waren und nicht meckerten. Erst auf meine Nachfrage, wo denn der Schuh drücke, sagte der Schulleiter, dass er sich weniger Bürokratie wünsche und wieder einen Lehrkräftepool, wo im Vertretungsfall Hilfe möglich wäre.

Um die Zukunft dieser Grundschule mache ich mir wenig Sorgen. Hier hat man sich schon sehr zeitig mit dem Problem der Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) auseinander gesetzt und sich als Stützpunktschule dafür profiliert. Kinder mit diesen Lernschwierigkeiten erhalten an der Pesta eine spezielle Förderung, die ihnen hilft, ihren späteren Bildungsweg erfolgreich zu gehen. Inzwischen überlegt man auch, welche Hilfsangebote man für Kinder mit Rechenschwäche (Dyskalkulie) anbieten kann. Prima! Ich wünsche der Schule alles Gute!

Gymnasium Mittweida

Das, was die Pestalozzi-Grundschule alles schon in vollen Zügen genießen kann – ein toll saniertes Schulgebäude – ist am Gymnasium in Mittweida gerade im Werden begriffen. Auch wenn die Fassade zur Straße hin bereits einen Eindruck davon gibt, wie schon das Schulhaus wieder werden kann, drinnen versteht man sein eigenes Wort kaum, denn überall bohrt, hämmert und staubt es kräftig. Der Altbau wird gründlich erneuert und auf zeitgemäßen Standard gebracht. Einige Klassen sind vorübergehend in die Bernhard-Schmidt-Schule umgezogen. Die im Neubau verbliebenen Klassen müssen sich mit den Beschwerlichkeiten der Baustelle arrangieren. Allein die Aussicht auf ein neues und modernes Gymnasium lässt so manches ertragen – Schüler wie Lehrer.

 

Ich bin sehr froh, dass man dies so sieht und positiv in die Zukunft schaut. Dank an die Stadt Mittweida, dass sie der Bildung so viel Bedeutung beimisst und dafür Sorge trägt, dass die Schulen der Stadt alle in einen guten Zustand kommen. Es geht nicht anders! Bildung ist ein wichtiger Rohstoff – die Grundvoraussetzung für unseren Wohlstand – den, der Gesellschaft und auch den ganz persönlichen. Gute Schulen sind das Saatbeet dafür.