Pressemitteilung Freie Presse vom 22.02.2012

Swap baut Technikum in Frankenberg

Beim Papierwabenhersteller Swap verbinden sich Schweizer Gründlichkeit und sächsische Zuverlässigkeit zu einem Produkt mit ungeahnten Anwendungsmöglichkeiten.

Frankenberg - Volle Auftragsbücher, Auslastung der Maschinen in rollender Woche, weitere 22 neue Mitarbeiter bis nächstes Jahr - für die Swap Sachsen GmbH könnte es derzeit nicht besser laufen. Mit dem Bau eines Entwicklungszentrums für eine halbe Million Euro und einer 650.000 Euro teuren Papierlagerhalle will der Schweizer Holding-Chef und Firmenbesitzer Hans Bodmer den Produktionskomplex am Frankenberger Gewerbering weiter zum "Herzstück" der Papierwabenproduktion entwickeln.



"Wir wollen ein attraktiver Arbeitgeber sein."

Werner Tschan Swap-Geschäftsführer

Mittelsachsens Landrat Volker Uhlig (CDU), der sich gestern den Betrieb anschaute, zeigte sich nicht nur beeindruckt von der Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten der Waben, sondern nahm auch von Swap-Geschäftsführer Werner Tschan eine ganz besondere Botschaft mit nach Freiberg. Denn Swap wolle sich "zu einem attraktiven Arbeitgeber für alle Bildungsschichten entwickeln". Bis zum nächsten Jahr soll die Zahl der Mitarbeiter von jetzt 96 auf 118 steigen. Vor allem auch Ingenieure und Produktentwickler würden gebraucht, denn bis Oktober soll ein neues Technologiezentrum entstehen, in dem Swap an neuen Einsatzmöglichkeiten für die leichten, aber äußerst stabilen Papierwaben forschen und Prototypen dort testen will. "Mit 60 bis 70 Prozent ist unser Hauptauftraggeber die Automobilindustrie. Aber auch in der Möbelproduktion, im Messebau, im Kulissenbau fürs Theater oder als Zulieferer für die Solarbranche und vielem mehr sind wir zu Hause", sagte Tschan. Noch immer sieht er jede Menge Luft nach oben, will die jetzt schon begehrten Märkte in den USA, Europa und Asien noch weiter mit ganz neuen Produkten aufmischen.

Während die Baugenehmigung für das Technikum noch fehlt, steht der Errichtung der etwa zwölf Meter hohen Papier-Lagerhalle nichts mehr im Wege. "Wir brauchen noch mehr Lagerkapazitäten, da wir einerseits mit dem Eingangsmaterial noch näher dran sein müssen an unseren Produktionsanlagen. Zum anderen können wir Papier in großen Mengen dann einkaufen, wenn die Preise günstig sind", begründete der Prokurist und Technische Leiter, Jürgen Binder, die Notwendigkeit dieses Neubaus. Bis zu 15 Tonnen Papier auf Rollen werden täglich verarbeitet.

Es war im Jahr 2002, als die erste Halle am Frankenberger Gewerbering entstand. 2006 wurde diese erweitert, im weiteren entstanden ein Versandlager, dann 2008 das neue Sozialgebäude und 2009 der Verwaltungsanbau. Geschäftsführer Werner Tschan, der, wie Firmeninhaber Hans Bodmer auch, mit seinem Schweizer Dialekt akustisch aus dem vertrauten Sächsisch heraus sticht, sieht sich mittlerweile selbst als "verwurzelter Frankenberger aus Zürich". Vor etwa zwei Jahren hatte er den Chefsessel seines Vorgängers Michael Koslow übernommen und seither auch die Nähe zur Kommune gesucht. Mit einem aus Papierwaben produzierten Schlitten für eine Frankenberger Kindereinrichtung hatte er in der Vorweihnachtszeit die Stadt überrascht. Bürgermeister Thomas Firmenich (CDU) erneuerte daher auch gestern sein Angebot, das Unternehmen zu unterstützen. "Beispielsweise wenn es darum geht, Kindergartenplätze zu schaffen, damit die Mitarbeiter hier gute Bedingungen vorfinden. Oder in Schulen vermitteln, wenn das Unternehmen in Sachen Nachwuchsgewinnung seine Berufsbilder in den Bildungseinrichtungen vorstellen will", sagte der Bürgermeister. Und nicht zuletzt sei auch der ab diesem Jahr gesenkte Hebesatz bei der Gewerbesteuer ein Beitrag seiner Stadt zur Wirtschaftsförderung.

Bildtext: Swap-Produktionsleiter Hartmut Radtke erläuterte während eines Betriebsrundgangs den Gästen - wie hier der CDU-Landtagsabgeordneten Iris Firmenich, Landrat Volker Uhlig und der CDU-Bundestagsabgeordneten Veronika Bellmann (v. l.) - wie aus Papier, das auf Rollen gelagert wird, die stabilen Waben entstehen. - Foto: Falk Bernhardt